© Katrin Schilling

Das Ensemble Modern

Seit seiner Gründung 1980 zählt das Ensemble Modern (EM) zu den führenden Ensembles für Neue Musik. Derzeit vereint es 20 Solisten aus Argentinien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Indien, Israel, Japan, den USA und der Schweiz, deren Herkunft den kulturellen Hintergrund dieser Formation bildet.

Das in Frankfurt am Main beheimatete Ensemble ist seit 1987 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) mit den Musikern als Gesellschaftern. Bekannt für seine einzigartige Arbeits- und Organisationsweise ohne künstlerischen Leiter, werden Projekte, Koproduktionen und finanzielle Belange gemeinsam entschieden und getragen. Seine unverwechselbare programmatische Bandbreite umfasst Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte. Tourneen und Gastspiele führen das Ensemble Modern jährlich in etwa 100 Konzerten zu den renommiertesten Festivals und herausragenden Spielstätten weltweit wie u.a. Salzburger Festspiele, Bregenzer Festspiele, Wien Modern, Festival d'Automne à Paris, Holland Festival, Klangspuren Schwaz, Berliner Festspiele, Ruhrtriennale und Lucerne Festival, Wigmore Hall, Cité de la Musique, Tokyo Wondersite, Concertgebouw Amsterdam, Elbphilharmonie, Kölner Philharmonie, Konzerthaus Berlin, Festspielhaus Baden-Baden. In Frankfurt am Main präsentiert das Ensemble Modern in seiner Abonnementreihe in der Alten Oper Frankfurt neuste Werke und Entwicklungen. In Kooperation mit der Oper Frankfurt finden regelmäßig Musiktheaterproduktionen sowie die Werkstattkonzertreihe ›Happy New Ears‹ statt, die zentrale Werke und Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts vorstellt und erläutert. Seit 2011 veranstaltet das Ensemble Modern gemeinsam mit dem hr-Sinfonieorchester das Festival ›cresc... - Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main‹.

In enger Zusammenarbeit mit Komponisten, verbunden mit dem Ziel größtmöglicher Authentizität, erarbeiten die Musiker jedes Jahr durchschnittlich 70 Werke neu, darunter etwa 20 Uraufführungen. So entstanden außergewöhnliche und oftmals langjährige Zusammenarbeiten wie u.a. mit John Adams, George Benjamin, Peter Eötvös, Heiner Goebbels, Hans Werner Henze, Mauricio Kagel, György Kurtág, Helmut Lachenmann, György Ligeti, Benedict Mason, Karlheinz Stockhausen, Steve Reich oder Frank Zappa.

Neben seinen vielfachen Konzertaktivitäten präsentiert das Ensemble Modern die Ergebnisse seiner Arbeit auch in regelmäßigen Radio- und CD-Produktionen, die vielfach ausgezeichnet wurden u.a. mit dem ECHO und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, und mehrfach mit dem Grammy nominiert wurden. Fast 30 der insgesamt mehr als 150 CD-Produktionen erschienen im eigenen Label Ensemble Modern Medien. 2003 wurde das Ensemble Modern von der Kulturstiftung des Bundes zu einem ›Leuchtturm‹ zeitgenössischer Kultur in Deutschland erklärt.

Im gleichen Jahr bündelte das Ensemble Modern mit Gründung der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) seine bereits bestehenden Aus- und Weiterbildungsprojekte unter einem Dach, um gezielt das musikalische Erbe der Moderne weiterzugeben. In eigens für unterschiedlichste Zielgruppen entwickelten Formaten bietet die IEMA seither den Masterstudiengang ›Zeitgenössische Musik‹ für professionelle junge Musiker in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sowie internationale Meisterkurse, Kompositionsseminare und Schulprojekte an und widmet sich damit der Vermittlung unterschiedlichster zeitgenössischer musikalischer Strömungen und eines offenen, kreativen Umgangs mit künstlerischen Prozessen.

Das Ensemble Modern wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Stadt Frankfurt sowie über die Deutsche Ensemble Akademie e.V. durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die GVL. Die Musikerinnen und Musiker des Ensemble Modern danken der Aventis Foundation für die Finanzierung eines Sitzes in ihrem Ensemble. hr2-kultur – Kulturpartner des Ensemble Modern

Chronik

2015
  • Die CD ›Peng!‹ Gründungskonzert Ensemble Modern, die Live-Aufnahme des ersten Konzerts 1980 erscheint bei Ensemble Modern Medien
  • Ensemble Modern meets Gagaku bei den Frankfurter Positionen (gemeinsam mit dem Reigakusha Gagaku Ensemble)
  • Kurt Weills ›Dreigroschenoper‹ beim Kurt Weill Fest in Dessau und den Salzburger Festspielen
  • Deutsch-Slowenische Begegnungen mit Konzerten in Frankfurt und Ljubljana (Uraufführungen und Erstaufführungen von Nina Senk, Vito Zuraj, Uros Rojko, Karola Obermüller, Hanna Eimermacher)
  • Die neue Reihe ›Checkpoint‹ – Konzerte unterm Dach wird ins Leben gerufen. Dabei experimentieren die Musiker des Ensemble Modern in einer Art ›Open Source Prozess‹, präsentieren sich als Interpreten, Improvisatoren und Komponisten.
  • ›Schwarz auf Weiß‹ von Heiner Goebbels beim Israel Fesival in Jerusalem
  • Ensemble Modern als Artist-in-Residence beim Festival Time of Music in Viitassari/Finnland u.a. mit Werken von Sir Harrison Birtwistle und Brian Ferneyhough, den Schwerpunktkünstlern des Festivals
  • Ensemble Modern Orchestra mit Michael Gordons ›No Anthems‹ beim Festival Acht Brücken sowie mit Luigi Nonos ›Prometeo‹ bei der Ruhrtriennale
  • Uraufführung von Johannes Maria Stauds ›Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen‹ mit Texten von Josef Winkler beim steirischen herbst
  • ›Ruang Suara – Zeitgenössische Musik aus Indonesien‹ im Rahmen von Indonesia LAB im Frankfurt LAB sowie in Jakarta, Bandung und Yogyakarta (Indonesien) mit acht Uraufführungen indonesischer Komponisten
  • Erstes Gastspiel beim ›Festival Internacional Cervantino‹ in Mexiko
  • 3. Auflage von ›cresc... Biennale für Moderne Musik Frankfurt Rhein Main‹ unter dem Motto ›Images of Sound‹ mit Konzerten in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Hanau. Dabei würdigt das EM Helmut Lachenmann zum 80. Geburtstag in mehreren Konzerten u.a. erlebt ›Air‹ in einer Neufassung seine Uraufführung in Wiesbaden.