© Katrin Schilling

Das Ensemble Modern

Seit seiner Gründung 1980 zählt das Ensemble Modern (EM) zu den führenden Ensembles für Neue Musik. Es vereint rund 20 Solistinnen und Solisten aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Indien, Israel, Japan, den USA und der Schweiz, deren Herkunft den kulturellen Hintergrund der Formation bildet.

Das in Frankfurt am Main beheimatete Ensemble ist bekannt für seine einzigartige Arbeits- und basisdemokratische Organisationsweise. Künstlerische Projekte, Partnerschaften und finanzielle Belange werden gemeinsam entschieden und getragen. Seine unverwechselbare programmatische Bandbreite umfasst Musiktheater, Tanz- und Videoprojekte, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte. Tourneen und Gastspiele führen das Ensemble Modern zu renommierten Festivals und herausragenden Spielstätten in aller Welt wie z.B. Berliner Festspiele, Bregenzer Festspiele, Cité de la Musique, Concertgebouw Amsterdam, Elbphilharmonie Hamburg, Festival d’Aix-en Provence, Festival d'Automne à Paris, Hellerau Dresden, Holland Festival, Klangspuren Schwaz, Konzerthaus Berlin, Kölner Philharmonie, Kunstfestspiele Herrenhausen, Ruhrtriennale, Salzburger Festspiele, Wien Modern oder Wigmore Hall London. In seiner Heimatstadt tritt das Ensemble Modern in einer eigenen Abonnementreihe in der Alten Oper Frankfurt auf. In Kooperation mit der Oper Frankfurt finden regelmäßig Musiktheaterproduktionen sowie die Werkstattkonzertreihe ›Happy New Ears‹ statt. Seit 2011 veranstaltet das Ensemble Modern zudem gemeinsam mit dem hr-Sinfonieorchester das Festival ›cresc... Biennale für aktuelle Musik Frankfurt Rhein Main‹. Weitere Kooperationen und Projekte runden das facettenreiche Profil des Ensemble Modern ab.

In enger Zusammenarbeit mit den Komponistinnen und Komponisten erarbeitet das Ensemble Modern, mit dem Anspruch der größtmöglichen Authentizität, jedes Jahr durchschnittlich 70 Werke neu, darunter etwa 20 Uraufführungen. So entstanden über die Jahre außergewöhnliche und oftmals langjährige Zusammenarbeiten u.a. mit John Adams, Mark Andre, George Benjamin, Peter Eötvös, Brian Ferneyhough, Heiner Goebbels, Hans Werner Henze, Mauricio Kagel, György Kurtág, Helmut Lachenmann, György Ligeti, Olga Neuwirth, Enno Poppe, Rebecca Saunders, Simon Steen-Andersen, Karlheinz Stockhausen, Steve Reich, Frank Zappa oder Vito Žuraj sowie herausragenden Künstlerpersönlichkeiten anderer Kunstsparten.

2020 feiert das Ensemble Modern sein 40-jähriges Bestehen mit einem ganzjährigen Jubiläumszyklus sowie zahlreichen Konzerten im In- und Ausland und zeigt damit erneut die Vielfalt seines musikalischen Wirkens. Neben seinen vielfältigen Aktivitäten auf dem Podium präsentiert das Ensemble Modern die Ergebnisse seiner Arbeit auch auf Tonträgern, die vielfach ausgezeichnet wurden. Fast 40 der insgesamt über 150 Produktionen erschienen im eigenen, 1999 initiierten Label Ensemble Modern Medien.

2003 bündelte das Ensemble Modern mit Gründung der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) seine bereits bestehenden Aus- und Weiterbildungsprojekte unter einem Dach, um gezielt das musikalische Erbe der Moderne weiterzugeben. In für unterschiedliche Zielgruppen entwickelten Formaten bietet die IEMA seither einen Masterstudiengang in zeitgenössischer Musik für professionelle junge Musikerinnen und Musiker in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sowie internationale Meisterkurse, Kompositionsseminare und Educationprojekte an und widmet sich damit der Vermittlung vielfältiger zeitgenössischer Strömungen und eines offenen, kreativen Umgangs mit künstlerischen Prozessen.

Das Ensemble Modern wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Stadt Frankfurt sowie über die Deutsche Ensemble Akademie e.V. durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die GVL. Die Musikerinnen und Musiker des Ensemble Modern danken der Aventis Foundation für die Finanzierung eines Sitzes in ihrem Ensemble. hr2-kultur – Kulturpartner des Ensemble Modern

Chronik

2013
  • Uraufführung von Markus Hechtles Musiktheater ›Minotaurus‹ beim Festival ECLAT in Stuttgart
  • ›The Cave‹ und ›Three Tales‹ von Steve Reich (Musik) und Beryl Korot (Video) werden in Berlin sowie Steve Reichs ›Music for 18 musicians‹ beim Open'er Festival in Danzig (Polen)
  • Jubiläumskonzerte ›10 Jahre IEMA‹ im Deutschlandlandfunk Köln und im Rahmen von ›cresc...2013‹, zudem erste CD-Produktion der IEMA ›Euclidian Abyss‹
  • Erstaufführung und weitere Aufführungen der Frankfurter Fassung von ›Landschaft mit entfernten Verwandten‹ von Heiner Goebbels
  • Musik aus Frank Zappas ›Yellow Shark‹ und ›Greggery Peccary‹ beim Festival Ultima in Oslo und beim Festival Sacrum Profanum in Krakau
  • Das Projekt ›Mythen, Nation, Identitäten in Mittelosteuropa‹ ist in Warschau, Riga und Budapest zu hören
  • Die neue Reihe ›Geteilt – vereint. Musik beiderseits der Mauer‹ mit insgesamt vier Teilen startet im Rahmen von Happy New Ears. Gäste sind u.a. Georg Katzer, Helmut Oehring, Steffen Schleiermacher, Nicolaus Richter de Vroe, Moderation: Heike Hoffmann
  • Die neue Kammermusikfassung von ›A Quiet Place‹ von Leonard Bernstein wird unter Leitung von Kent Nagano im Konzerthaus Berlin uraufgeführt
  • ›Loops and Lines‹, ein Ballettabend von Stephan Thoss zu Rudolf von Labans Bewegungslehre feiert im Staatstheater Wiesbaden Premiere
  • ›cresc...2013‹ unter dem Motto ›Musik und Zeit – Bernd Alois Zimmermann‹ mit neuen Formaten, Partnern und Spielstätten