Johannes Schwarz, Fagott
Johannes Schwarz arbeitet seit 2003 als Solofagottist im Ensemble Modern mit innovativen Komponist*innen und Künstler*innen aus dem zeitgenössischen und performativen Bereich zusammen.
Als Solist und Kammermusiker deckt er ein extrem weites künstlerisches Spektrum ab: zeitgenössische Solo- und Ensemble-Werke, klassische und barocke Musik auf Original-Instrumenten, eigens für ihn entwickelte Werke mit Einsatz von Live-Elektronik bis hin zur freien Improvisation, u.a. auch mit verstärkter Tuba. Bei Soloabenden mit Elektronik und solistischen Musiktheaterproduktionen führt er gerne diese Bereiche wieder zusammen, wie bei seiner Musikperformance ›UNA SOLO‹ mit dem Dramaturgen-Duo Glogowski/Hoesch 2018/19 auf verschiedenen Festivals oder bei seinem Soloauftritt ›Blow the Mausoleum‹ in Dessau 2023. Er ist ein gefragter Gast in namhaften Orchestern (WDR, HR, BR, Oslo-Sinfonietta), in Big Bands (WDR, HR, Wien), Kammermusikformationen und freien Improvisationsensembles. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit im Ensemble Modern spielt er zurzeit regelmäßig beim Projekt ›Helix‹ des experimentellen Jazz-Klangkörpers ›States of play‹ vom renommierten Jazzbassisten Sebastian Gramss mit.
Seit 2025 ist er als Professor in Vertretung an der Hochschule für Musik Würzburg für zeitgenössische Kammermusik tätig und darüber hinaus in Jurys internationaler Wettbewerbe (ARD Wettbewerb 2026) zugegen. Von 2013 bis 2018 war er Künstlerischer Leiter des Masterstudiengangs der Internationale Ensemble Modern Akademie in Kooperation mit der HfMDK Frankfurt. Von 2009 bis 2021 übernahm er die jährliche Organisation des internationalen Kammermusikkurses beim Festival Klangspuren. Mit Lehraufträgen für zeitgenössische Kammermusik und Fagott unterrichtet er an den Musikhochschulen Frankfurt, Stuttgart und Köln und ist regelmäßig auf Festivals wie in Luzern oder Darmstadt mit Workshops präsent.
Seit 2018 wird sein digitales Fagott-Klangarchiv www.soundlibrary.online von vielen Komponist*innen und Fagottspieler*innen im Bereich der zeitgenössischen Musik genutzt (Projektförderung der Aventis Foundation ›experimente#digital‹). Zahlreiche neue Kompositionen entstanden dadurch, wie sie u.a. auf seinen letzten Solo-CDs ›soundspaces‹ und ›kurzes leben 1.0‹ (Orlando-Records) zu hören sind. Zur Zeit entwickelt er weitere Soloprojekte: ›Holz‹ – ein Videoprojekt mit Live-Musik, Elektronik und Holzobjekten, ›come from // go for‹, das bestehende Solowerke mit Live-Elektronik in eine Räumlichkeit transportiert und verfremdet.
Seit 10 Jahren hat er die Tuba für sich entdeckt, und bringt dieses Instrument auch immer öfter in seinen Soloperformances und bei Improvisationen zum Einsatz. Mit seiner Familie lebt er in Frankfurt, pendelt oft auf die Schwäbische Alb, organisiert dort das innovative Musikfest www.joffel.net und leitet auch einmal seinen Blasmusikverein mit erdiger Polkamusik.

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