© Schwarz auf Weiß, 2022 © Thaïs Breton

Schwarz auf Weiß

Musiktheaterwerk von Heiner Goebbels

Der Frankfurter Komponist und Regisseur Heiner Goebbels schrieb dem Ensemble Modern sein Musiktheaterstück ›Schwarz auf Weiß‹ gewissermaßen auf den Leib. Das Kollektiv des Ensembles selbst steht im Zentrum. Die Musiker*innen agieren darstellend, musizierend, sprechend, spielend und erobern so den Bühnenraum. Tennisbälle fliegen auf eine große Trommel, zarte Kotoklänge verzaubern die Szenerie, ein Wasserkessel pfeift zu einer komplexen Flötenmelodie. Die Musiker*innen spielen nicht nur ihr eigenes Instrument, sondern formieren sich zum Beispiel auch einmal zu einem Bläserensemble, das Assoziationen an eine italienische Banda weckt. Die Szenen und Ereignisse gehen ununterbrochen ineinander über und die Lichträume, die Jean Kalman zusammen mit dem Bühnenbild dazu erschaffen hat, ergeben eine eigene Dramaturgie. Dazu tritt die mehrmals wiederkehrende Stimme Heiner Müllers vom Band, der die Parabel ›Schatten‹ von Edgar Allan Poe liest.

Denn ›Schwarz auf Weiß‹ ist auch eine Reflexion über das Schreiben und den abwesenden Autor als Bild für ein kollektives Gedächtnis. Für Goebbels stellt sein Stück außerdem »eine Art Abschied von Heiner Müller« dar – allerdings voller Humor, Leichtigkeit und Charme.

Termine

4Nov

20.00
Uhr

Bockenheimer Depot

Frankfurt am Main
(Deutschland)

// EM

5Nov

20.00
Uhr

Bockenheimer Depot

Frankfurt am Main
(Deutschland)

// EM

6Nov

15.30
Uhr

Bockenheimer Depot

Frankfurt am Main
(Deutschland)

// EM

6Nov

20.00
Uhr

Bockenheimer Depot

Frankfurt am Main
(Deutschland)

// EM
Goebbels' Musik zeichnet eine enorme klangsprachliche Vielfalt aus. Seine Komposition grenzt nicht aus, sie umarmt den Jazz, sie gibt der Elektronik (mitunter ironisch) Platz und zeigt sich bis zur Filmmusik-Hommage zitierfreudig.Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Lars L. v.d. Gönna
Und wenn zum Finale eine Sirenenkurbel wehmütig die japanische Koto-Zither bespielt - wen wundert es, dass Goebbels da auch noch den Preis zum Welttheatertag 2006 erhält.Münchner Merkur, Teresa Grenzmann
Goebbels ist ein Instinkt- und wirkungssicherer Kombinierer. Und so haben in diesem Musiktheater eben anarchistische Situationen [...] oder stille Momente [...] nebeneinander ungezwungen Platz.Salzburger Nachrichten, Carl Harb
Es ist ein eigenwilliges Szenario am Rande irgendeines Abgrundes. Seltsame Rituale scheinen den Überlebenden irgendeiner Katastrophe Halt zu geben. Es geht befremdlich, dennoch irgendwie heiter zu.DrehPunktKultur, Heidemarie Klabacher
Auf der Bühne erklingt ein Mix aus klassischen, fernöstlichen, jazzigen, poppigen und Weltmusikklängen. Dazwischen sind Texte eingeschoben [...] vor allem vom verstorbenen Dramatiker Heiner Müller.Schwarzwälder Bote, Andreas Schön
Tennisbälle werden auf die Schlagzeugdonnerwand geworfen. Ein Metallstift - vom Schnürboden heruntergelassen - streift sanft über die Saiten eines Kotos, dieser japanischen "Zither".Der Standard, Heidemarie Klabacher
Eine phänomenale Vielseitigkeit legt das Ensemble Modern in ›Schwarz auf Weiß‹ an den Tag. Nicht nur, dass jeder virtuos sein eigenes Instrument beherrscht, beherzt greifen die Streicher auch mal zum Blech und die Bläser umgekehrt zur Geige.Die Rheinpfalz, nl
// Video

Heiner Goebbels: Einführung zu Schwarz auf Weiss