Zum Tod von Thaddeus Watson
Wir trauernMit großer Traurigkeit hat uns die Nachricht vom Tod von Thaddeus Watson erreicht.
Thaddeus war nicht nur ein fantastischer Flötist und Künstler, sondern darüber hinaus ein wunderbarer Kollege sowie ein großartiger Kurator und Entwickler sowohl von Musikkonzepten als auch von Improvisationsprojekten, die er speziell für das Orchester des Hessischen Rundfunks entwickelte. Mit großem Enthusiasmus unterrichtete er an den Musikhochschulen in Frankfurt und Köln.
Mit Thaddeus Watson verbindet uns eine jahrelange Freundschaft. Er hat in unzähligen Projekten mitgeholfen, die zeitgenössische Musik mit höchster Präzision, Plastizität und Leidenschaft zu präsentieren. Es war mir immer ein besonderes Vergnügen, mit ihm an meiner Seite aufzutreten. Die Realisierung der Komposition »Four Dreams of China« von La Monte Young beim Hessischen Rundfunk und die Zusammenarbeit mit ihm in den Universal Studios von Los Angeles, wo wir mit Peter Eötvös als Dirigent und Frank Zappa als Produzent das gesamte Kammermusik- und Ensemblewerk von Edgar Varèse aufnahmen, bleiben mir dabei in besonderer Erinnerung.
Auch privat waren Thaddeus und ich eng befreundet. Wenn wir uns trafen, ob zufällig oder verabredet, redeten wir leidenschaftlich über Musik, über die Flöte, deren Repertoire, über Unterrichtsmethodik sowie über wissenschaftliche und politische Strömungen und Ereignisse.
Thaddeus war ein so wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Wir verneigen uns vor seiner Lebensleistung als Künstler, Flötist und Mensch.
Unsere große Anteilnahme und unsere Gedanken sind bei seiner Frau Julia und seinen Kindern Xenia, Valerian und Calliope.
Dietmar Wiesner
für das Ensemble Modern