Bezugspunkt Pierre Boulez

2. Abonnementkonzert des Ensemble Modern

Pierre Boulez steht mit seinem Schaffen, aber auch als Bezugspunkt für nachfolgende Generationen, im Zentrum des 2. Abonnementkonzerts des Ensemble Modern am Dienstag, den 5. November (20 Uhr) in der Alten Oper Frankfurt.

Mit den „douze notations“ für Klavier komponierte Pierre Boulez 1945 im Alter von 20 Jahren sein offizielles Opus 1. Dieser Klavierzyklus sowie die daraus resultierenden gleichnamigen Orchesterstücke, an denen der Komponist seit fast drei Jahrzehnten arbeitet, bilden den Ausgangspunkt für Johannes Schöllhorns Bearbeitung des Werks für solistische Ensemblebesetzung aus dem Jahr 2011. Mit der „nachträglichen Kolorierung einer Schwarzweißfotografie“ vergleicht Schöllhorn selbst seine Bearbeitung, in deren unmittelbaren Zusammenhang auch seine Komposition „La Treizième“ steht: eine dreizehnte „notation“, als Ergänzung der „douze notations“, die das Gehörte gleichsam zusammenfasst und ein Kaleidoskop an Strukturen und Charaktere der vorhergehenden 12 Miniaturen entwirft.
Als eines seiner zentralen Werke erklingt Pierre Boulez‘ „Le Marteau sans maître“, das auf der gleichnamigen Gedichtsammlung des surrealistischen Dichters René Char beruht. Etwa zur gleichen Zeit entstand Boulez‘ berühmter Aufsatz „Schönberg ist tot“, in dem er sich gegen die Verklärung der Prinzipien jenes Komponisten wandte, der für ihn ein wichtiger Bezugspunkt war. Schönberg wiederum setzte sich u.a. mit Gustav Mahler auseinander, dessen „Lieder eines fahrenden Gesellen“ er 1920 für kleines Ensemble instrumentierte und deren reduzierte Fassung das thematisch-motivische Material in den Vordergrund rückt. Als Solistin konnte Hilary Summers gewonnen werden.

Achtung: Die Konzerteinführung beginnt ab sofort bereits um 19 Uhr!