Langs Film ist episch und zugleich expressionistisch [...]. Matalons Musik dazu, von Roth und dem Ensemble Modern in bemerkenswerter Trennschärfe und Eloquenz interpretiert, ist [...] expressiv, extrem rhythmisch und rhapsodisch.

Jürgen Otten, Frankfurter Rundschau

Metropolis

Musik zum Stummfilmklassiker von Martin Matalón

Der expressionistische Stummfilm Metropolis, 1925/27 von Fritz Lang gedreht, zeigt das Leben in einer futuristischen Großstadt mit ausgeprägter Zweiklassengesellschaft und gilt als Ikone der Filmgeschichte. Die am 10. Januar 1927 präsentierte, fast dreistündige Premierenfassung fiel bei Kritikern und Publikum durch, weshalb nach einigen Monaten eine verkürzte Version in Deutschland neu anlief. Etwa ein Viertel des Originals geriet verschollen. Seit 1961 wurden mehrfach Versuche unternommen, die Originalfassung wiederherzustellen, in der Rekonstruktion von 2001 vertraten Standbilder und Kommentartexte das noch immer fehlende Material. Dank einer 2008 in Buenos Aires gefundenen Kopie gelang es, die früheren Lücken weitgehend zu füllen. Die restaurierte Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wurde am 12. Februar 2010 bei der Berlinale in Berlin und mit der Unterstützung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain parallel in der Alten Oper Frankfurt gezeigt.

Der argentinische Komponist Martin Matalon komponierte 1995 im Auftrag des IRCAM-Centre Pompidou Paris eine neue Filmmusik zu Metropolis. Entstanden ist eine äußerst farbige, die Nähe zum Jazz nicht verleugnende Musik, welche die rhythmische Struktur des Films nutzt, um ein kontrapunktisches Netz zwischen Bildern und Klängen zu knüpfen. Nach der Rekonstruierung des Films hat sich Matalon erneut mit Metropolis auseinandergesetzt und die Partitur für die Film-Fassung von 2010 adaptiert. Diese Umarbeitung erfolgte im Auftrag des Ensemble Modern und wurde ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Realisiert wurde sie in Koproduktion mit GRAME centre national de création musicale Lyon. (Realisation der elektronischen Zuspielung IRCAM / GRAME: Christophe de Coudenhove, Atau Tanaka, Max Bruckert.)

Metropolis