Wie sehr Rihm es versteht, an den dramaturgischen Klischees jeder Hörerwartung anzuknüpfen und sie zugleich zu überbieten, wurde vom Schlussteil der vorgetragenen Jagden und Formen-Ausschnitte belegt.

Bernhard Uske, Frankfurter Rundschau

Der Tanz führt die Spannung der Musik weiter und öffnet einen neuen Rezeptionsraum. Auch das ist ein offener Prozess: Die Arbeit an "Jagden und Formen", in Frankfurt begeistert gefeiert, soll weitergehen.

Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Tänzer stürzen ineinander zu Schlagzeugsoli, Musiker werden wie Puppen durch die Gegend getragen, mit kämpferisch erigierter Bassklarinette.

Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die fast unglaubliche Musizier-Power seines - erst vor einigen Monaten vom Ensemble Modern in Basel uraufgeführten - Jubiläumsstückes "Jagden und Formen" wirkte unwiderstehlich und suggestiv: Man fühlte sich als Teilnehmer eines klingenden Parforce-Ritts [...]

Liesel Markowski, Neues Deutschland

Rihms Musik erreicht in den grandiosen, unablässigen Steigerungen, den markanten Blechbläserattachen, den unablässigen Bewegungs-wechseln eine geradezu körperliche Präsenz, die nach physischer Umsetzung verlangt.

Gerhard Rohde, Neue Musikzeitung

Sensibel loteten Ensemble Modern und Mitglieder der Neuen Vocalsolisten Stuttgart die Grenzen zur Stille und zum Geräusch aus [...]

Egbert Hiller, Kölner Stadt-Anzeiger

Streicher schnurren repetierte Patterns ab. Weitere Linien treten hinzu. Doch bald verzweigen sich die Stimmen weiter, das Ganze wird immer komplexer.

Eckhard Weber, Stadt Revue

FAZIT: Eine Offenbarung für ernsthafte und hartnäckige Hörer.

Klaus Andriessen, Wetzlarer Neue Zeitung

Es passiert, was man sich nur wünschen kann [...]: Ihre Struktur, ihre Motivfäden werden wenigstens ansatzweise sichtbar, die Schwerpunkt-Verlagerungen von der einen zur anderen Instrumentengruppe werden im wahrsten Sinn des Worts verkörpert - und Spaß kann man dabei auch noch haben.

Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

Am eindrücklichsten ist dies, wenn fast das komplette Orchester - eben alle, die kein Schuhwerk tragen -, sich unter die Tänzer mischt und, stets musizierend, sich mit ihnen gemeinsam auf den Boden legt.

Stefan Dosch, Allgäuer Zeitung Kempten

Das Eingangsduo für zwei swingende Violinen, in das sich der Kontrabass einschaltet, die fast körperhaften akkordischen Einwürfe der Blechbläser, aber auch die Momente fiebrig-vibrierenden Rasens gewannen aus der Jagd Form.

Wolfgang Fuhrmann, Berliner Zeitung

Ausweitungen, Überformungen und Übermalungen, Auswucherungen geben dem Werk Jahr für Jahr ein verändertes Erscheinungsbild.

Rainer Kohl, Rhein-Neckar-Zeitung

In "Jagden und Formen" dagegen konkretisiert sich die Vergangenheit nicht mythisch, sondern als Spiel mit barocker Form. Die "Jagd" erinnert tatsächlich an ein groß angelegtes Fugato, in dem es für die Ensemble-Mitglieder kaum Ruhepunkte gibt.

Volker Milch, Wiesbadener Kurier

Der Höhepunkt: wenn sich die Musiker mit ihren Instrumenten zu den Tänzern auf den Boden legen und einen rihmschen »Liegeton« weiterspielen. So wurden Klang und Tanz womöglich noch nie zur plastischen Einheit.

Karl Harb, Salzburger Nachrichten

Der Klang ist widerborstig, es brodelt, gärt und wuchert. Daher ist alles in ständiger Bewegung, in einem unablässigen Fluss.

hz, Darmstädter Echo

Wer noch immer glaubt, dass die Musikgeschichte mit Brahms und Puccini endet, der trifft hier auf eine völlig ungebändigte Musik, die direkt aus dem Bauch der Erde durch einen größer und größer werdenden Vulkan ins Weltall geschleudert wird.

RJB, Süddeutsche Zeitung

Es war an dem minuziös präparierten und märchenhaft souverän agierenden Ensemble Modern [...], die elaborierte Undeutlichkeit des Rihmschen Dauerprestos aufs deutlichste, schneidendste zu artikulieren. Jagdmusik, und was für eine!

Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Auch in den rasenden Triolenläufen von ›Jagden und Formen‹ bestach das Orchester mit jener Exaktheit, die stets den zweiten und dritten Sinngrad der Komposition noch vernehmbar machte.

Joseph Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Sie werden wie Opfergaben auf Händen getragen, kurz vor dem ekstatischen Finale einer Tänzerin kommt es zur leibhaftigen Verschmelzung von Orchester und Ballett [...]. Ein euphorisch gefeiertes Erlebnis, das mehr war als die Summe seiner Teile.

jomi, Hamburger Abendblatt

[D]ie Musiker des Ensemble Modern verstehen sich glänzend auf die Interpretation sperriger zeitgenössischer Partituren wie den ganz eigenen Stil des international bekannten Starkomponisten aus Karlsruhe, Wolfgang Rihm.

Nike Luber, Südwest Presse

Jagden und Formen

Ein musikalisch-choreographisches Projekt, Musik: Wolfgang Rihm

Wolfgang Rihm nennt seine Komposition ›Jagden und Formen‹ in seiner aktuellen Fassung »Zustand 2008«. Es ist ein Stück, das mäandernd als »Werklandschaft« (Wolfgang Rihm) in unterschiedlichen Stadien, Räumen und Konstellationen auftritt. ›Jagden und Formen (Zustand 2008)‹ ist auch der treffende Titel für die choreographische Arbeit von Sasha Waltz an diesem Werk, das sie gemeinsam mit ihrer Compagnie Sasha Waltz & Guests und dem Ensemble Modern entwickelt.

Jagden & Formen - Trailer
musikalisch-choreographisches Projekt von Ensemble Modern und Sasha Waltz & Guests