Blick zurück nach vorn

Neue Musik im Fluss der Zeit

»Ekstase war seine [Anton Weberns] natürliche geistige Haltung – seine Kompositionen sollten als musikalische Visionen verstanden werden.« Diese Empfehlung von Erwin Stein, der wie Anton Webern (1883–1945) ein Schüler Arnold Schönbergs war, gilt bis heute. Es hat allerdings lange gedauert, bis die Werke Weberns mit ihrer »Aktualität, die sich nicht umgehen lässt«, so Henri Pousseur, einen festen Platz im Musikbewusstsein erlangten. 1983, als das Ensemble Modern und die Junge Deutsche Philharmonie in der Alten Oper Frankfurt Weberns Gesamtwerk aufführten, bildete der weithin beachtete Konzertmarathon ›Opus Anton Webern‹ ein ganz entscheidendes Signal dazu. Und sein Œuvre avancierte zu einem essenziellen Referenzpunkt für die künstlerische Arbeit des Ensembles. Dennoch sind Weberns kompromisslose und komprimierte Klangkosmen insgesamt nur recht selten zu hören. Im Jubiläumsjahr spürt das Ensemble Modern gemeinsam mit dem Dirigenten und Komponisten Enno Poppe (*1969) der eigenen Webern-Geschichte nach: Ausgewählte wie wegweisende Preziosen Anton Weberns treten hier in einen lebendigen Dialog mit aktuellen Stücken heutiger Komponist*innen, die zweifelsohne, wenn auch in ganz verschiedener Art und Weise, von Webern beeinflusst sind.


Ensemble Modern mit Enno Poppe