Aus der beinahe konzertanten Askese indes schlagen Anna-Sophie Mahler und die erstklassigen Sängerdarsteller eine eindrückliche szenische Kraft und Intensität. [...] Die Begegnung mit diesem Stück lohnt enorm.

Stefan Michalzik, Abenteuerliche Hirngespinste

Für den eminenten Schwung dieser Aufführung sorgte eine geschlossene Ensemble­­leistung: Ensemble Modern [...] ausbalanciert in allen Orchesterteilen wie im Zusammen­wirken mit einem SWR­Experimentalstudio, das das Gesungene aufsammelte, um es als Echo und Hall live­elektronisch wieder einzu­speisen.

Georg Beck, nmz online

Mit wenigen Mitteln wird die jeweilige Szene angedeutet [...]. So wird die Musik zum eigent­lichen Haupt­akteur dieser Pro­duktion, die Dirigent Johannes Kalitzke voll im Griff hat und die vom fabel­haften Ensemble Modern [...] fantas­tisch umgesetzt wird.

Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung

Don Quijote de la Mancha

16 Theatralische Abenteuer

Mit seiner Oper ›Don Quijote de la Mancha‹ nach dem gleichnamigen Roman von Miguel de Cervantes widmet sich Hans Zender einem tragischen und zugleich komischen Stoff: Der Landadlige Don Quijote mit einer großen Vorliebe für Ritterromane ist so tief in die Welt aus Drachen- und Riesentötern, bösen Zauberern und schönen Burgfräulein eingetaucht, dass er loszieht, um seine aus Büchern gewonnenen Ideale vom richtigen Leben zu verwirklichen. Was ist Wirklichkeit, was ist Fantasie? Das ist die zentrale Frage, die zum Streit zwischen Knecht und Herrn führt. Die Wahrnehmungen von Sancho Pansa und dem Ritter von der traurigen Gestalt sind unterschiedlicher Art, was zu einer humorvoll geratenen Auseinandersetzung führt. Dabei bilden die im Untertitel benannten ›19 theatralischen Abenteuer‹, Szenen in variierender Besetzung und freier Reihenfolge aufführbar, ein Mosaik aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Handlung. Wie die beiden weiteren Opern Hans Zenders ›Stephen Climax‹ und ›Chief Joseph‹ zeichnet sich auch ›Don Quijote de la Mancha‹ durch komplexe Verschränkungen von Räumen, Zeiten und theatralischen Aktionen aus, was sie zu einem strukturell außergewöhnlichen Musiktheaterstück macht: Die einzelnen Elemente – Sprache, Musik, Gesang, Aktion und Instrumentalspiel – werden voneinander isoliert, um in jedem einzelnen Abenteuer des Ritters neu miteinander verbunden zu werden. In dieser Struktur spiegelt sich auch die zerspaltene Seele des tragikomischen Titelhelden wider.

Hans Zender ist mit dem hessischen Musikleben eng verbunden: Der 1936 in Wiesbaden geborene Komponist und Dirigent war 1988 bis 2000 Professor für Komposition an der Frankfurter Musikhochschule. Er wurde 1997 mit dem Frankfurter Musikpreis und mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet sowie 2002 mit dem Hessischen Kulturpreis. Mit dem Ensemble Modern verbindet ihn von Beginn an eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Es war Hans Zender, der im Jahr 1980 maßgebliche Impulse zur Gründung des Ensemble Modern gab und 1993 die Gesprächskonzert-Reihe ›Happy New Ears‹ in Kooperation mit der Oper Frankfurt initiierte.

Aus Anlass seines 80. Geburtstages widmet ihm das Ensemble Modern neben der Aufführung von ›Don Quijote de la Mancha‹ zudem ein Happy New Ears Konzert in der Oper Frankfurt. Johannes Kalitzke, der die musikalische Leitung des ›Don Quijote‹ übernimmt, wird mit ihm u.a. über seine ›33 Veränderungen über 33 Veränderungen‹ sprechen und diese dirigieren.

Hans Zender: Don Quijote de la Mancha VideoTrailer