[Es] entsteht eine schattierungsreiche Musik, ein Klang von verhaltener Eindringlichkeit [...], von jagender Bewegtheit [...].

Stefan Michalzik, Frankfurter Rundschau

Am Ende muss [...] jemand gewinnen. Und das sind hier die Zuhörer.

Lilean Buhl, Neue Presse Hannover

Das "Ensemble Modern" gehört sicherlich zu den vielseitigsten und experimentierfreudigsten Musikgruppen im Lande. [...] Ein Konzert für Freunde der vielfältigen Zwischentöne.

Jörg Worat, Cellesche Zeitung

Heiner Goebbels hat sein Publikum stets geehrt, indem er ihm ästhetisch nicht entgegenkam.

Wolfgang Sandner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Inhaltlich ist "Gegenwärtig lebe ich allein...." eine Rebellion – ohne konkretes Ziel. [...] Ein eigenwillig – subtiler Horror geht von dem Hörspiel aus, ein Grauen, das zugleich eine Verlockung ist. Als Hörer wird man neugierig [...].

Stefan Fischer, Süddeutsche Zeitung

Liberté d'action

Szenisches Konzert mit Texten von Henri Michaux

»Ich reise nicht mehr. Reisen, was für ein Interesse sollte das für mich haben?«, hört man die helle, brüchige Stimme David Bennents sagen, und unwillkürlich ist die Gegenwart präsent, ein Stich ins Herz. Klänge von präparierten Klavieren, eine Stimme und Live Elektronik, die Körper des Schauspielers und zweier Pianist*innen. Der ›Liberté d'Action‹, der Handlungsfreiheit, sind auf der Bühne enge Grenzen gesetzt — wie im richtigen Leben.

Im Mittelpunkt der neuen Arbeit des Theatermachers und Komponisten Heiner Goebbels steht das Werk eines unangepassten Einzelgängers und Außenseiters: Henri Michaux (1899–1984). Ein herausragender Maler und zugleich ein höchst moderner, sprachgewaltiger Dichter. In seinen poetischen, beschwörenden und explosiven Texten betreibt er eine Art Exorzismus gegen sich und den Rest der Welt.

Michauxs grundlegendem Misstrauen der Sprache gegenüber entspricht in diesem szenischen Konzert die Stimme David Bennents, die — im französischen Original und in deutscher Übersetzung — auf so virtuose wie vielfältige Weise agiert. Immer wieder aber wird ihr der Platz streitig gemacht von den akustisch-musikalischen Aktionen der Klaviere.