Bählamms Fest

Musiktheater von Olga Neuwirth (Text: Elfriede Jelinek)

In ihrem intermedialen Musiktheater „Bählamms Fest“ blickt die Komponistin Olga Neu-wirth in die Abgründe jenes Hauses, das die Surealistin Leonora Carrington 1940 auf ihrer Flucht aus dem nationalsozialistisch besetzten Frankreich baute. „Bählamms Fest“ basiert auf Leonora Carringtons Drama „Das Fest des Lamms“. Olga Neuwirth, die „Bählamms Fest“ ihr eigenes „Haus Usher“ nennt, sprengte mit ihrem Pionierwerk in den 1990er Jah-ren ungekannte Fluchtwege aus dieser unerträglichen Wirklichkeit hinein in irreale, visuelle und musikalische Räume. Das junge irische Regie-Duo Dead Centre transportiert „Bählamms Fest“ in eine Zeit, in der die Grenzen zwischen Realität und Virtualität abhanden zu kommen scheinen. Die Flucht in fiktive Wunschwelten als Ausdruck der Verzweiflung über unmenschliche Kälte und Barbarei bringt neue Dimensionen zum Vorschein. Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek schrieb das Libretto nach Leonora Carringtons Drama. Sylvain Cambreling hat die musikalische Leitung der Ruhrtriennale-Produktion inne.