Impuls, Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt

Stellungnahme zur Streichung des Landeszuschusses

Mit Verwunderung und Irritation haben wir von der Streichung des Landeszuschusses für Impuls, Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt erfahren. Es ist nicht nachvollziehbar, wie eine Landesregierung in einer Zeit, in der der Musikbetrieb noch mehr als viele andere Bereiche durch die Folgen der Pandemie in Mitleidenschaft gezogen ist, einem Festival, das sich seit 2008 ein starkes Profil erarbeitet hat und als einziges Festival seiner Art Sachsen-Anhalt bereichert, die Zuschüsse streicht.

Für ein Bundesland, das sich selber als „Musikland“ bezeichnet und unter „#moderndenken“ auftritt, ist diese Kürzung umso irritierender. Worum geht es eigentlich? Um ein Musikverständnis, das das Zeitgenössische ausklammern will? Hätten frühere Generationen so gedacht, würde es die Musikgeschichte, auf die wir hierzulande zu Recht so stolz sind, nicht geben. Undenkbar, dass Beethovens 250. Geburtstag mit staatlichen Mitteln gefeiert worden wäre, wenn sich nicht vor zweihundert Jahren Menschen für sein Schaffen, seine Radikalität, seine Modernität eingesetzt hätten. Heute schmücken sich gerne auch die Kreise mit seiner Musik, die das heutige Neue und Radikale verdammen und für nicht förderungswürdig erachten. Eine Absurdität.

Die Mischung aus Internationalität und Förderung des musikalischen Schaffens des eigenen Bundeslandes ist das, was Impuls, Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat. Ein im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltiger Ansatz, der dem Land Sachsen-Anhalt, seinen Menschen und Komponistinnen und Komponisten, Solistinnen und Solisten wichtige musikalische Impulse gegeben hat. Es bleibt zu hoffen, dass der willkürlich erscheinende Kürzungsentscheid rasch korrigiert wird.

Ensemble Modern