Nachwuchsforen
© Neue Zeitschrift für Musik
Mit jungen Komponisten arbeitenAus der Sicht des Ensemble Modern
Als Mitglied des Ensemble Modern, der Vorbereitungskommission und Jurymitglied im Jahr 1997 konnte ich ein ständig wachsendes Interesse seitens der Komponisten, Interpreten und Musikwissenschaftler beobachten. Dazu beigetragen haben die offenen Gespräche nach dem Forum, wo Verbesserungswünsche und -vorschläge von den Teilnehmern aufgenommen werden konnten. So hält sich die Form des Forums flexibel und offen. Die Bemühungen des Forums, jeden Jahrgang unter einen anderen Aspekt zu stellen, lässt das Forum ständig unter neuen Gesichtspunkten, Erscheinungen und Tendenzen erscheinen. Am erfreulichsten für das Ensemble Modern ist die Chance, während des Forums intensiven Kontakt zu jüngeren Komponisten zu entwickeln und zu pflegen, wobei wir nicht nur im Sinne des Forums unsere Erfahrung mit Probenprozessen weitergeben können, sondern uns auch selber die Chance geben, uns mit den Ansichten und Erfahrungswelten der jungen Komponistengeneration zu beschäftigen. Nicht zuletzt ist es uns wichtig, die künstlerischen und freundschaftlichen Begegnungen weiter zu verfolgen.
ich kam 1997 zum ensemble modern, gleich '98 war ich in der jury für ein nachwuchsforum. beeindruckend war die vorurteilslose arbeitsweise innerhalb der jury. keine spur von "professoreneinflussnahme", kein ideologischer, musikästhetischer machtk(r)ampf. konnte ideale arbeitsbedingungen bei oehlschlägel vorfinden, war mir sehr sympathisch, da ich auch neu im metier war. beeindruckend: irrsinnig hoher arbeitsaufwand, probenpläne, notenherstellung (kann man sich gar nicht vorstellen, was da so manchmal angeliefert wird), nichts ist wie bei "normalen" em-projekten, beeindruckend weiterhin: der einsatz der musiker (und des dirigenten), das eingehen auf die komponisten, die hilfestellung wann immer, wo immer, allerdings nur in der probenzeit, die durch die anzahl der stücke sehr angespannt war; und da fängts an schade zu werden: es wäre schön, wäre genug geld da, die proben zu entzerren, abende frei zu halten, um zum gespräch zwischen musikern und komponisten und dirigenten, vielleicht journalisten und ähnlichem zu kommen, man kann natürlich über das niveau mancher werke recht trefflich streiten: wenn sich aber in der aufführung von acht ausgewählten stücken zwei bis drei als gut erweisen, ist das ein ergebnis, das sich von konzertserien der großen rundfunkanstalten nicht sehr unterscheidet, mit der beschäftigung mit ganz jungen komponisten wird vom ensemble modern eine risikokarte gezogen, an die sich andere etablierte veranstalter nicht heranwagen. Weitere Texte zum Nachwuchsforum: |