RESPONSE"Unsicherheit im Umgang mit Neuer Musik bringt häufig keinen Umgang mit neuer Musik im Schulunterricht hervor. Das Ergebnis: Komponisten und Musiker der aktuellen Musikszene schweben im Vakuum des fast publikumsfreien Raums, der freie Fall ist vorprogrammiert. Response versucht dem entgegenzuwirken, bietet SchülerInnen und MusiklehrerInnen die Chance, sich ein halbes Jahr intensiv mit Vertretern der Neuen Musikszene auseinander-zusetzen und im schöpferischen Entwerfen von Echos und Antworten sich den Entwicklungen unsrer Zeit zu nähern." (Dorothee Graefe-Hessler, Response '94)Bereits 1988 war das EM an einem Response-Projekt beteiligt, das im Rahmen der Veranstaltungen zu "Berlin - Kulturstadt Europas 1988" in Zusammenarbeit mit der London Sinfonietta durchgeführt wurde. Das Projekt beruhte auf den positiven Erfahrungen, die die London Sinfonietta in 5 Jahren didaktischer Arbeit in England machen konnte. Die vom British Council angeregte Zusammenarbeit des EM und der London Sinfonietta hat sich als sehr fruchtbar erwiesen. Seit 1990 führt das Ensemble Modern in Zusammenarbeit mit Frankfurter Schulen alle zwei Jahre ein Response-Projekt durch. Zunächst fand das Projekt im Rahmen der Frankfurt Feste statt, seit 1996 wird es mit maßgeblicher Förderung durch den Hessischen Rundfunk durchgeführt. Das Projekt wird von Schülern, Lehrern, Musikern, Eltern und Zuhörern begeistert aufgenommen.
Das Response-Projekt stellt herkömmliche Musikpädagogik auf den KopfWorum geht es? Response ist ein Versuch, jungen Menschen im Umgang mit neuer Musik Erfahrungen zu erschließen und ihnen damit die Möglichkeit zum besseren Verstehen kompositorischer Projekte und Entwicklungen zu geben.
Wie läuft es ab? Gedanken zu Response"Ist die Schule das Leben? Jetzt ist sie es mehr. Meer. Wind. Regen. Rhythmus. Mathematik, Physik, Kinderspielplatz. Raus aus dem Unterricht der verwalteten Pädagogik nach Plan und Routine. Hinein in das Wagnis der neuen Klänge und der Offenheit. Der Unterricht hinter verschlossenen Türen, Fronten, frontal, wird infrage gestellt, geöffnet den nicht-autoritären Autoritäten, die unverkrampft, unpretentiös, sensibel, ruhig anregen, führen, korrigieren, faszinieren, ermutigen. Ein bißchen Welt tropft in die Waschbeton-Quader rein, kieselt durch gläserne Flure, orange-grün Plastik/Metall. Ein ungewohnter Wind streicht durch Saiten und Köpfe. Urwaldklänge zittern unterm steinernen Flachdach. Lila-grau Gummi/Stein. Der Notenständer fällt um." Gymnasium Schwalbach, 20.08.1990, Weltmusik-Projekt mit Nigel OsborneNachwuchsforumSeit 1996 beteiligt sich das Ensemble Modern in Zusammenarbeit mit der GNM, dem Deutschlandfunk und der Zeitschrift MusikTexte an der Durchführung des einmal jährlich stattfindenden Nachwuchsforums der Gesellschaft für Neue Musik. Die Idee Das Forum will jungen Komponisten, Interpreten und Musikologen die Gelegenheit zur Arbeit mit professionellen Musikern und zur Präsentation ihrer Arbeiten vor einem größeren Publikum bieten. Die Nachwuchsförderung ist von fundamentaler Bedeutung für die positive Weiterentwicklung der Neuen Musik in Deutschland. Der Ablauf Junge in Deutschland lebende Komponisten, Instrumentalisten und Musikologen reichen ihre Arbeiten ein und beantragen so ihre Teilnahme an dem Nachwuchsforum. Eine Jury wählt diejenigen Arbeiten aus, die dann während des mehrtägigen Nachwuchsforums in Workshops geprobt und in Lectures und Konzerten dem Publikum präsentiert werden. Das Nachwuchsforum erfreut sich großer Beliebtheit bei jungen Komponisten, Interpreten und Musikologen. Für das Ensemble Modern bietet es die Gelegenheit, den Kontakt zur Kreativität der Jüngeren zu pflegen.
25.01.-28.01.1996 Weitere Texte zum Nachwuchsforum: |