Aktuelle Pressestimmen

2. Juni 2010, Frankfurter Neue Presse
Die Vögel malen exotische Klangwelten
Reiche Instrumentalfarben, poetische Stimmungen und perfekte Intonation bestimmten den Abend des Ensembles Modern in der Alten Oper.

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In Ligetis Kammerkonzert für 13 Instrumentalisten entstehen durch das Ensemble changierende Klangflächen, in denen das einzelne Instrument (vornehmlich Bläser) Akzente setzt. Freilich ergibt sich im Übereinanderschieben, Aufleuchten und Verebben eine gewisse metronomhafte Genauigkeit. Der Kalifornier Steve Potter hat in «Paradigms» (Deutsche Erstaufführung) irrationale Poesie in Musik für Frauenstimme und Klavier gesetzt, für den Kontra-Alt der Hilary Summers eine Bravourleistung an Sensibilität, zumal wenn sie von einem Hermann Kretzschmar begleitet wird. In «Mémoriale» von Pierre Boulez brilliert der Flötist Dietmar Wiesner.

Von dem Briten Oliver Knussen gab es in Deutscher Erstaufführung das «Requiem – Songs for Sue»: ein eindrucksvoller Reigen von Strophen unterschiedlichster literarischer Herkunft, alle über Vergehen und Tod, eine ergreifende Musik für den vielseitigen Koloratursopran der Finnin Anu Komsi. Schönbergs fünf Orchesterstücke opus 16 tragen vielerlei Charakter, elegisch, unbefangen, auch gelegentlich schrill. Ueli Wiget fügte an der Celesta den aparten Klang hinzu.

Oliver Messiaen hat Vogelstimmen gesammelt und notiert. Seine «Oiseaux exotiques» (1955) sind wunderschön farbige lautmalerische Gebilde der Klangfantasie.

GN

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