Fokus Hans Zender: 4. Abonnementkonzert Ensemble Modern
Fokus auf Hans Zender: Der 1936 geborene Komponist, Dirigent und Autor zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Ihm widmet sich das Ensemble Modern am Freitag, den 29. Januar 2010, um 20 Uhr im Mozart Saal der Alten Oper Frankfurt im 4. Abonnentkonzert der Saison – mit Musik von und um Hans Zender, dirigiert von Hans Zender.
Von Hans Zender selbst wird ›¿Adonde/Wohin?‹ zu hören sein. Das Konzert für Violine, Sopran und Instrumentalensemble beschreibt auf der literarischen Grundlage eines geistlichen Liebesgedichts von Juan de la Cruz die Irrfahrt einer liebenden Frau nach dem Verlust des Geliebten. Solisten sind Angelika Luz (Sopran) und Jagdish Mistry (Violine). Bereits in der Titel-Frage ›¿Adonde/Wohin?‹ deutet sich der offene Horizont an, vor dem sich Zenders Komponieren bewegt. Kompositionsästhetisch ist er nur schwer einer bestimmten Schule oder Richtung zuzuordnen. Zu Beginn seines kompositorischen Schaffens verband ihn eine innere und stilistische Nähe zu Bernd Alois Zimmermann, den er während des gemeinsamen Studienaufenthaltes in der Villa Massimo in Rom kennengelernt hatte. Zimmermanns Kantate ›Omnia tempus habent‹ (Alles hat seine Zeit) folgt strengen Prinzipien der Durchorganisation des Geschehens, der gemessen Zeit und des bemessenen Raums, und demonstriert damit deutlich das Titel-Stichwort ›Zeit‹.
Auch Earle Brown gehört zu der in den 1950er Jahren noch jungen Komponistengeneration und den treibenden Kräften der zeitgenössischen Musik in der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Sein Werk ›Centering‹ trägt den Titel eines Buches von Mary Caroline Richards, das sich mit dem geistigen und körperlichen Zentrieren (Centering) im Sinne von Balancieren und Bündeln von Ressourcen beschäftigt. In der Musik sind es die Mittel-Frequenzen von Violine, Klavier und Ensemble, die als strukturelle Punkte gebraucht werden, um die herum sich die Form bewegt. Den Solopart übernimmt Jagdish Mistry.
Auch eine Uraufführung steht auf dem Programm. Komponist des Werks ›Hände/Wüste‹ ist Frank Gerhardt, der in den 1990er Jahren Komposition und Musiktheorie bei Hans Zender in Frankfurt am Main studierte. Der Titel ›Hände/Wüste‹ ist dem gleichnamigen Gedicht des französischen Schriftstellers Michel Leiris entnommen. Ausgangspunkt des Werks ist eine dualistische Konzeption, die sich in der Instrumentierung, Form und der Behandlung des musikalischen Materials findet.
© Ensemble Modern