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6. Abonnementkonzert: Schönberg, Messiaen, Boulez, Potter, Knussen

Das Programm des 6. Abonnementkonzerts des Ensemble Modern am 31. Mai 2010 (20 Uhr, Alte Oper Frankfurt, Mozart Saal) bedeutet fast schon eine besondere Reise in die Vergangenheit. Es umfasst einige der bedeutendsten Werke der vergangenen hundert Jahre. Zur Aufführung kommt Musik, die im Umfeld George Benjamins steht: Werke seiner Lehrer und Mentoren Olivier Messiaen und Pierre Boulez, seines Schülers Steve Potter, seines Kollegen und Freundes Oliver Knussen sowie Kompositionen von Arnold Schönberg und György Ligeti. Als Gesangssolistinnen konnten Anu Komsi (Sopran) und Hilary Summers (Alt) gewonnen werden. Es dirigiert George Benjamin selbst.

Zeitlicher Ausgangspunkt sind Arnold Schönbergs ›Fünf Orchesterstücke‹ op. 16, hier in der Bearbeitung für Kammerorchester von Schönberg selbst aus dem Jahr 1920. Das Werk zählt zu den Hauptwerken des musikalischen Expressionismus und zeichnet sich durch seine farbintensive Instrumentation aus. Insbesondere im dritten Stück »Farben« wird der Begriff der »Klangfarbenmelodie« exemplifiziert. Über Olivier Messiaens Werk ›Oiseaux Exotiques‹, das Rufe und Gesänge verschiedener Vögel instrumental abbildet, und Ligetis Kammerkonzert für 13 Instrumentalisten gelangen die Musiker zu Pierre Boulez’ ›Mémoriale (...explosante – fixe...Orginel)‹. Das Werk existiert als ein »work in progress« in unterschiedlichen Versionen, die Boulez immer neu aus einer 1971 entstandenen ersten Materialskizze entwickelte. So auch die hier erklingende Version für Soloflöte (Dietmar Wiesner) und acht Instrumente.

Erstmals in Deutschland aufgeführt werden Oliver Knussens ›Songs for Sue‹ und Steve Potters ›Paradigms‹. ›Songs for Sue‹ ist ein Requiem für Knussens 2003 verstorbene Frau Sue. Gedichte von Emily Dickinson, Antonio Machado, Wystan Hugh Auden und Rainer Maria Rilke erzählen vom Schmerz des Verlusts und der Kraft der Erinnerung. Potters›Paradigms‹ besteht aus kontrastierenden, meist aphoristisch anmutenden Stücken, die wie Spielbausteine zusammengestellt werden und sich nicht zu einem geschlossenen Ganzen fügen, sondern vielmehr eine stilistische Bandbreite repräsentieren.

Mit diesem Programm stellt das Ensemble Modern dem Frankfurter Publikum einen Auszug seiner Konzertprogramme beim Ojai Music Festival in Kalifornien vor. Mit vier Programmen wird es Anfang Juni beim ältesten amerikanischen Festival für Neue Musik zu Gast sein. Neben den Werken von Boulez, Ligeti, Schönberg, Knussen und Potter wird das Ensemble u.a. auch George Benjamins ›Into the little hill‹ sowie Werke von Edgard Varèse und Franck Zappa spielen. Bereits 1991 war das Ensemble in Südkalifornien zu Gast und arbeitete mit dem inzwischen verstorbenen Zappa an dem Projekt ›The Yellow Shark‹.

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