›Ghibli‹, ›Nemeton‹ und ›out into‹: Drei Neuerscheinungen in der Reihe der ›Portrait CDs‹ der Ensemble Modern Medien
Die Reihe der Portrait CDs von Ensemble Modern Medien wächst stetig. Individuell gestalten die Solisten des Ensemble Modern ihre persönlichen Alben und verwirklichen dabei unterschiedlichste Ideen, Programmfolgen und Konzepte. Bisher umfasste die Reihe sechs CDs, darunter ›più‹ von Johannes Schwarz (Eine großartige, in jeder Hinsicht zukunftsweise CD, Das Orchester) und ›rounds per minute‹ von Michael M. Kasper (Eine wunderbare Konzept-CD, Neue Musikzeitung). Neu hinzu kommen nun ›Ghibli‹ (Dietmar Wiesner, Flöte), ›Nemeton‹ (Rainer Römer, Percussion) und ›out into‹ (Jagdish Mistry, Violine).
Dietmar Wiesner präsentiert mit seiner CD ›Ghibli‹ einen Querschnitt durch die Soloflötenliteratur des 20. Jahrhunderts: Während das älteste Stück ›Density 21,5‹ (1936/1946) von Edgard Varèse noch mit unverfremdeten Flötenklängen arbeitet, stehen diesen in Emmanuel Nunes Werk ›Aura‹ (1983-89) ein breites klangliches Spektrum aus Klappengeräuschen, Trillern, Obertönen und Vokalem (Summen, Vokalisen) beiseite. Das 2006 für Wiesner komponierte Werk ›Resonance‹ von Alan Fabian kombiniert reale mit digital erzeugten Klängen. Doch Wiesner ist nicht nur interpretatorisch, sondern auch kompositorisch tätig: sein eigenes Werk ›Ghibli‹ – der Name eines heißen trockenen Wüstensturms – demonstriert die vielfältige Klanglichkeit der Flöte. Von Cathy Miliken, ehemals Oboistin des Ensemble Modern, und Hermann Kretzschmar, ebenfalls seit 1985 Mitglied des Ensemble Modern, spielt Wiesner die Widmungswerke ›Round Robin‹ und ›Inflation‹. Wiesner gründete gemeinsam mit den beiden 1994 die Komponistenformation HCD Productions.
Rainer Römer vereint auf seiner Portrait CD ›Nemeton‹ Werke für verschiedenste Schlaginstrumente: Ernstalbrecht Stieblers Werk ›..im Takt..‹ ist für zwei kleine Bongos komponiert, Nicolaus A. Hubers ›Dasselbe ist nicht dasselbe‹ für kleine Trommel, ebenso Gerhard Müller-Hornbachs ›Studien für kleine Trommel‹. Hinzu kommen Werke für Marimba (ein Arrangement von Rainer Römer nach einer Pavane von William Byrd), Helmut Oehrings ›FOXFIRE DREI kaliumchlorid‹ für Vibraphon sowie John Psathas ›Fragment‹ für Vibraphon und Klavier, das Römer mit Ueli Wiget einspielte. Das titelgebende Werk ›Nemeton‹ von Matthias Pintscher entstand im Jahr 2007 in enger Zusammenarbeit mit Rainer Römer und war Auftragskomposition des 56. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München. Der Begriff »Nemeton« entstammt der keltischen Mystik und bezeichnet einen »Ort gebannter Energie«; einen solchen sucht Pintscher »mit Klang zu beschreiben«.
Jagdish Mistry wählte für seine CD den Titel ›out into‹. Bis zu seinem 12. Lebensjahr in Indien aufgewachsen, lernte er dort die Musik Bachs, Beethovens und Mozarts kennen und war sich durchaus bewusst, dass diese Musik für die dortige Umgebung etwas Fremdes war. In England dann kam er mit der Musik Béla Bartóks in Berührung – einer Musik, die ihm gleich vertraut war, als wäre sie »bereits in ihm« gewesen. Mistry wählte für die CD Bartóks ›Sonate für Violine solo‹. Die Sonate ausgenommen, enthält die CD ausschließlich Werke von Komponisten, die Mistry durch die Arbeit mit dem Ensemble Modern kennen gelernt hat, wie die Musik der jungen südkoreanischen Komponistin Eun-Hwa Cho oder des früh verstorbenen Schönberg-Schülers Nikos Skalkottas (1904-1949), dem sich auch Ueli Wiget bereits auf seiner Portrait CD widmete. Einen ganz persönlichen Entstehungshintergrund hat ›A Lullaby for Lalit‹: George Benjamin, den eine langjährige Zusammenarbeit als Komponist und Dirigent mit dem Ensemble Modern verbindet, komponierte das kurze Stück zur Geburt von Mistrys Sohn Lalit. Es ist das erste Stück der ›Three Minatures‹ für Solovioline.
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Pressemeldung Portrait CDs (pdf, 691 kB)
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